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Lieber Joachim,
mit grossem Interesse habe ich Deine Geschichte „Doaram, der Seher“ gelesen, die ja die ganze Dramatik des Lebens und Überlebens auf unserem Planeten Erde betrifft.
Ich möchte Dir hierzu eine paar kurze Bemerkungen schicken, die Du nach Belieben verwenden kannst.
Obwohl in dem Text die Wörter „Schamane“ und „Schamanismus“ nicht vorkommen, ist der Text zutiefst schamanistisch. Dies könnte den hierin weniger bewanderten LeserInnen entgehen. Vielleicht könnte vorne oder hinten in dem Büchlein, welches Du drucken lassen willst, ein entsprechender Hinweis stehen? Wenn Du willst, kann ich Dir einen solchen kleinen Text schreiben, ganz im Sinne dieses Briefes. Die Literatur über Schamanismus ist ja sehr umfangreich; man könnte ein paar wenige (seriöse!) Titel zitieren, wie zum Beispiel
Michael Harner: „Der Weg des Schamanen“.
Du schilderst in dem Text auch sehr eindrucksvoll ein Nahtodes-Erlebnis Doarams, wiederum, ohne dieses Wort „Nahtodes-Erlebnis“ zu benutzen. Da Nahtodes-Erlebnisse inzwischen doch ziemlich allgemein bekannt sind, werden die geneigten LeserInnen die betreffende Passage wohl richtig interpretieren. Dasselbe können wir für die Lehre von der Wiedergeburt annehmen, welche für die gesamte Erzählung grundlegend ist.
In diesem Zusammenhang hat mich auch sehr verblüfft, wie Du das Rätsel der Reinkarnation löst, über das die Gelehrten seit Jahrtausenden streiten, nämlich, ob ein Mensch auch als Tier wiedergeboren werden kann oder nicht? Man sagt, dass Pythagoras und seine Schüler Vegetarier waren, weil sie an die Seelenwanderung glaubten, d. h., sie glaubten, dass eine Seele mal als Mensch, mal als Tier geboren werden kann. Die völlig überraschende Lösung des Rätsels, welche die Erzählung bereithält, ergibt Stoff zum tiefen Nachdenken, setzt allerdings ein sehr radikales Verständnis des Schamanismus voraus.
Weniger bekannt dürften allerdings die Forschungen von Joel Whitton und von Michael Newton sein, die unter Hypnose ihrer Klienten erforscht haben, was wir im Jenseits zwischen den irdischen Leben erleben. Wer Deine WebSite www.mutual-mente.com gelesen hat, weiss, dass Du diese Autoren sehr genau kennst, und offensichtlich hast Du deren Forschungs-Ergebnisse verwendet, um Doarams Erlebnisse im Jenseits, also zwischen seinem vorigen und seinem jetzigen Leben auf Erden, zu schildern. An dieser Stelle wäre es sicher sinnvoll, den LeserInnen zu vermitteln, dass das keine Phantasiegeschichten sind, sondern dass Deine Darstellung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.
Wenn ich mich recht erinnere, hast du angedeutet, dass Du noch genügend Material in der Schublade hast, um einen zweiten und einen dritten Teil der Geschichte Doarams zu schreiben. Bist Du schon dabei, und wie gelingt es Dir? Schreibst Du auch in Spiegelschrift? Wird es sich dabei um Erlebnisse Doarams über sein neunzehntes Lebensjahr hinaus handeln, oder was hast du vor?
Jedenfalls bin ich sehr gespannt auf das, was da noch kommt!
Mit herzlichem Dank für die wunderbare Geschichte
und vielen Grüssen, auch an die schöne, karge Insel und ihre Bewohner,
stets Dein Hans Sterner-Fischer